Nur Momentaufnahmen

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… Nun lässt sich trefflich darüber streiten, ob da die Richtigen gewählt wurden. Bei der Augsburgerin Sarah Christian dürften sich alle einig sein, dass sie ins Finale gehört. Sie hat, schon bei etlichen Wettbewerben Preisträgerin, eine CD eingespielt und ist derzeit Konzertmeisterin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Sie spielte im zweiten Durchgang wie im Halbfinale mit rhythmischem Feuer, sinnlichem Ton, Phrasierungsintelligenz, großem Klangfarbensinn und strukturierender Flexibilität. Ob Wolfgang Amadé Mozarts B-Dur Sonate oder Robert Schumanns aufwühlende d-Moll-Sonate, beides realisierte sie mit ihrer Klavierpartnerin Lilit Grigoryan ansteckend lebendig. Mozarts A-Dur-Konzert mit dem im Wettbewerb wohlvertrauten Münchner Kammerorchester leuchtete auf in Feinheit, Wärme und federnder Beredsamkeit. Außerdem zeigte sie ihr Verständnis für neue Musik, als sie Jörg Widmanns 2. Soloetüde expressiv darstellte und das Auftragswerk für diesen Wettbewerb, ein fünfsätziges Solostück des Israelis Avner Dorman, rhythmisch und klangschön aufführte. Sarah Christian erntete jedes Mal Ovationen.

Harald Eggebrecht, Sueddeutsche Zeitung - 4. September 2017

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